Am 27. Februar 2026 wurden acht Land- und Baumaschinenmechatronikerinnen und 128 Land- und Baumaschinenmechatroniker im Kongresszentrum Quadrium Wernau feierlich in den Gesellenstand erhoben. Während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit eigneten sich die Auszubildenden im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen fundiertes Fachwissen und handwerkliches Können an. In der Abschlussprüfung stellten die Auszubildenden unter Beweis, dass sie dieses Wissen auch in der Praxis sicher anwenden können. 136 Prüflinge haben diese Herausforderung erfolgreich gemeistert.
Landesinnungsmeister Kurt Neuscheler freute sich, die zahlreichen Auszubildenden aus den vier württembergischen LBT-Innungen gemeinsam mit ihren Eltern, den Ausbildern und weiteren Begleiterinnen und Begleitern in der Stadthalle in Wernau begrüßen zu dürfen. Den Junggesellinnen und Junggesellen gab er ein Zitat von Mark Twain mit auf den Weg: „Gebt jedem Tag die Chance, der schönste Eures Lebens zu werden.“ Der Tag der Freisprechung sei solch ein besonderer Moment, an dem sie sich feiern lassen dürften!
Kurt Neuscheler betonte zudem, dass es nicht den einen perfekten Weg gebe, sondern nur den eigenen, den jede und jeder selbst gestalte – beruflich wie privat. Wer einen Beruf ausübe, der Freude bereite, steigere zugleich auch seine Lebensqualität. Dank und Anerkennung richtete er an die Eltern und Ausbildungsmeister, die diese Ausbildung ermöglicht und begleitet haben.
Plädoyer für ein starkes Handwerk
Festredner des Nachmittags war Ralf Rothenburger, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Er machte deutlich, dass sich die jungen Fachkräfte für einen zukunftsweisenden Beruf entschieden hätten.
Das Handwerk sei eine der wichtigsten und zugleich spannendsten Branchen. Ohne das Handwerk seien zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Klimaschutz oder Digitalisierung nicht zu bewältigen.
Gerade der Beruf der Land- und Baumaschinenmechatronikerinnen und -mechatroniker stehe sinnbildlich für die Verbindung neuer digitaler Technologien mit bewährter handwerklicher Kompetenz. Mut zu neuen Wegen sei ebenso gefragt wie das Gespür für Bewährtes. Moderne Land- und Baumaschinen seien hochkomplexe Systeme mit Sensorik, Steuerungstechnik und intelligenter Vernetzung. Doch trotz Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz brauche es weiterhin den Menschen, der hört, riecht und fühlt, wenn etwas nicht stimmt – und im Zweifel auch beherzt zupackt.
Die jungen Gesellinnen und Gesellen trügen Verantwortung weit über die Werkstatt hinaus. Sie sicherten Ernten, ermöglichten Bauvorhaben und hielten die Infrastruktur am Laufen. Darauf dürften sie mit Recht stolz sein. Sein Dank galt allen Ausbildungsbetrieben, Ausbilderinnen und Ausbildern, Lehrkräften, Prüferinnen und Prüfern sowie den Familien und Freunden. Sie alle leisteten einen wertvollen Beitrag für das Handwerk und die Gesellschaft.
Den Leitsatz „Man lernt nie aus“ sollten die neuen Fachkräfte im Blick behalten und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk nutzen. Vielleicht entscheiden sich einige Gesellinnen oder Gesellen später für die Meisterqualifikation und geben das eigene Wissen an die nächste Generation weiter oder führen einen eigenen Betrieb.
„Mit dem Gesellenbrief in der Hand stehen Ihnen alle Wege offen. Bleiben Sie neugierig. Bleiben Sie mutig. Und bleiben Sie Ihrem Beruf und unserem Handwerk verbunden“, schloss Ralf Rothenburger seine Ansprache.
Azubi-Talk
Kurt Ziegenhagel, stv. Obermeister der Innung der Land- und Baumaschinenmechatroniker Ulm, moderierte anschließend stellvertretend für die Obermeister der vier württembergischen Innungen eine Talkrunde. Darin berichteten die Junggesellin Katrin Schäfer sowie die Junggesellen Luca Schmeh und Peter Rößle von ihrer spannenden Ausbildungszeit und davon, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und welche Erfahrungen sie während der Lehre gesammelt haben.
Kurt Ziegenhagel verglich die Ausbildung mit dem Bau eines Hauses: Das Fundament bilde der Schulabschluss, während in der Ausbildung die ersten Mauern entstünden, und manchmal habe auch am Fundament noch etwas nachgebessert werden müssen. In diesem Zusammenhang dankte er insbesondere den Lehrerinnen und Lehrern der Max-Eyth-Schule für ihre wichtige Arbeit. Mit dem Erreichen des „Daches“ leitete er zur Frage über, wie es beruflich nun weitergehe.
Die drei Talk-Gäste möchten zunächst weitere Erfahrungen in der Berufspraxis sammeln und bleiben in ihren Ausbildungsbetrieben. Katrin Schäfer und Luca Schmeh streben eine Weiterbildung an und denken bereits über die Meisterqualifikation nach.
Übergabe der Gesellenbriefe
Die Lossprechung markiert das Ende der Lehrzeit und den Übergang der Auszubildenden zur Gesellin oder zum Gesellen. Die rund 500 Gäste – darunter Eltern, Großeltern, Freundinnen und Freunde, Ausbilder sowie Ehrengäste – begleiteten die feierliche Übergabe mit großem Applaus und machten diesen bewegenden Moment zu einem würdigen Abschluss der Ausbildungszeit.
Ehrungen
Die Vertreter der Max-Eyth-Schule zeichneten 17 Gesellinnen und Gesellen mit einer Belobigung und 23 weitere mit einem schulischen Preis aus.
Die drei Gesellen mit den besten Abschlüssen wurden für ihre herausragenden Leistungen mit weiteren Preisen ausgezeichnet. Den dritten Platz belegte Daniel Schele vom Ausbildungsbetrieb BAG Allgäu-Oberschwaben aus Bad Waldsee. Den zweiten Platz sicherte sich Meiko Eberspächer vom Ausbildungsbetrieb Staufen Baumaschinen aus Göppingen. Mit über 94 Punkten erreichte Niklas Thanner von der Max Wild GmbH aus Berkheim den ersten Platz.
Grußworte
In ihren Grußworten gratulierten Dr. Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim, sowie Ralf Möhle, Leiter der Max-Eyth-Schule, den neuen Gesellinnen und Gesellen zu ihren erfolgreichen Abschlüssen.
Ralf Möhle begrüßte die Junggesellinnen und Junggesellen in der Land- und Baumaschinenmechatroniker-Familie und ermutigte sie, sich auch ehrenamtlich zu engagieren, aktiv einzubringen und die Möglichkeit einer Weiterbildung beispielsweise zum Meister in Betracht zu ziehen.
Oberbürgermeister Dr. Bader betonte, dass die Junggesellinnen und Junggesellen einen Beruf erlernt hätten, in dem praktisches Anpacken, Prüfen und stetiges Verbessern gefragt seien. Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung hätten sie Durchhaltevermögen bewiesen, ein wichtiges Ziel erreicht und seien dabei auch persönlich gewachsen.
Freisprechung
Dann wurde es still im Saal. Die Auszubildenden erhoben sich von ihren Plätzen und der Prüfungsausschussvorsitzende Karl Heinz Wöger sprach sie feierlich von ihren Pflichten frei und erhob sie mit den folgenden Worten in den Gesellenstand:
„Tragt zur Ehre unseres Berufstandes bei, indem Ihr mit Freude Aufgaben im Beruf, in der Familie und der Gesellschaft erfüllt. Ich wünsche Euch Glück und Zufriedenheit. Helft mit, den Frieden und die Freiheit in unserem Land zu bewahren.“ (LH)
Autor: Michael Rabe, LandBauTechnik BW
Bildunterschrift zur Preisverleihung:
Von links nach rechts: Landesinnungsmeister Kurt Neuscheler, Marko Klotz (Ausbilder), Preisträger Niklas Thanner, Meiko Eberspächer u. Daniel Schele; Jonas Deineka (Ausbilder), Gesellenprüfungsausschussvorsitzender Karl Heinz Wöger, Michael Rabe (LBT BW).
Bild oben: Die Gesellenbriefe wurden feierlich verliehen.
